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Alle laufenden Abos finden: Schritt für Schritt
Alle laufenden Abos finden Sie, indem Sie der Reihe nach Kontoauszug und Kreditkarte, App-Stores und Zahlungsdienste, Anbieterkonten mit E-Mail-Postfach sowie Pakete und Familientarife prüfen. Weil sich Menünamen ändern, verweisen wir bei jedem Schritt auf die Hilfe des Anbieters.
Vorbereitung: Was Sie zum Prüfen bereithalten sollten
Sie brauchen Zugang zu allen Stellen, über die Geld abfließen kann, und einen Ort, an dem Sie Funde notieren. Wer vorher alle Zugänge sammelt, muss die Suche nicht ständig unterbrechen. Planen Sie genug Zeit ein, um jeden Schritt einmal vollständig durchzugehen.
Legen Sie sich Folgendes zurecht:
- Online-Banking für jedes Girokonto, auch für selten genutzte Zweitkonten.
- Kreditkartenabrechnungen aller Karten, einschließlich Zusatz- und Firmenkarten, über die privat etwas laufen könnte.
- Zugangsdaten für App-Stores: Apple-ID und Google-Konto, gegebenenfalls auch die Konten älterer Geräte.
- Zahlungsdienste wie PayPal sowie das Kundenkonto Ihres Mobilfunkanbieters.
- Alle E-Mail-Adressen, mit denen Sie je Konten angelegt haben, auch alte.
- Eine Liste oder Tabelle, auf Papier oder digital. Wie sie aufgebaut sein kann, zeigt der letzte Abschnitt.
Wenn Sie Tarife mit anderen im Haushalt teilen, klären Sie vorab, wer welche Konten verwaltet. Das brauchen Sie in Schritt 4.
Schritt 1: Kontoauszug und Kreditkartenabrechnung durchsehen
Der Kontoauszug ist der Ausgangspunkt, weil fast jedes Abo am Ende hier oder auf der Kreditkarte auftaucht, auch wenn der Dienst selbst nicht beim Namen genannt wird. Sehen Sie mindestens ein volles Jahr zurück, damit auch Jahresabos sichtbar werden, die nur einmal abbuchen. Notieren Sie jede wiederkehrende Zahlung, auch wenn Sie sie sofort zuordnen können.
- Zeitraum festlegen. Exportieren oder öffnen Sie die Umsätze der letzten zwölf Monate. Viele Banken bieten eine Suchfunktion und einen Export als Datei an; wie das bei Ihrer Bank geht, steht in deren Hilfebereich.
- Lastschriften filtern. SEPA-Lastschriften lassen sich in vielen Banking-Apps nach Buchungsart filtern. Achten Sie auf gleichbleibende oder ähnliche Beträge in regelmäßigem Abstand.
- Buchungstexte lesen. Der Name im Buchungstext ist nicht immer der Name des Dienstes. Häufig stehen dort der App-Store, ein Zahlungsdienst wie PayPal oder ein Abrechnungsunternehmen. Solche Sammelposten markieren Sie für Schritt 2.
- Gläubiger-ID nutzen. Bei Lastschriften ist die Gläubiger-Identifikationsnummer oft hilfreich, wenn der Buchungstext unklar ist. Sie bleibt beim selben Zahlungsempfänger gleich.
- Kreditkarte separat prüfen. Gehen Sie jede Kartenabrechnung einzeln durch. Abos mit Kreditkarte erscheinen meist mit Händlernamen, gelegentlich mit Auslandsbezug, wenn der Anbieter im Ausland abrechnet.
- Unklares festhalten. Was Sie nicht zuordnen können, kommt mit Datum, Betrag und Buchungstext auf die Liste. Die Zuordnung klärt sich oft in Schritt 3 über das E-Mail-Postfach.
Schritt 2: Abos über App-Stores und Zahlungsdienste finden
App-Stores und Zahlungsdienste bündeln Abbuchungen verschiedener Dienste unter einem Namen. Auf dem Kontoauszug sehen Sie dann nur den Store oder den Zahlungsdienst, die einzelnen Abos finden Sie erst in dessen Konto. Prüfen Sie jedes Konto, das in Schritt 1 als Sammelposten aufgetaucht ist, und vorsichtshalber auch die übrigen.
- Apple. Apple bietet in den Einstellungen der Apple-ID eine Abo-Übersicht; wo sie je nach Gerät zu finden ist, beschreibt die Apple-Support-Seite. Wenn Sie mehrere Apple-IDs haben, prüfen Sie jede einzeln.
- Google Play. Auch im Google-Konto gibt es in der Regel eine Übersicht der Abos, die über Google Play laufen; den Weg dorthin beschreibt die Google-Play-Hilfe. Ältere Android-Geräte können mit einem anderen Google-Konto angemeldet sein.
- Amazon. Im Amazon-Konto gibt es in der Regel eine Seite für Mitgliedschaften und Abonnements; was dort aufgeführt ist, erklärt die Amazon-Hilfe. Prüfen Sie diese Seite auch dann, wenn Sie nur mit der Prime-Mitgliedschaft rechnen.
- PayPal. In PayPal finden Sie in der Regel eine Übersicht der Händler mit erteilter Zahlungserlaubnis; die PayPal-Hilfe zeigt, wo sie liegt und was ein Eintrag bedeutet.
- Mobilfunkrechnung. Manche Dienste lassen sich über die Handyrechnung bezahlen. Sehen Sie Ihre Mobilfunkrechnungen auf Posten von Drittanbietern durch; wo diese im Kundenkonto aufgelistet sind, erklärt Ihr Mobilfunkanbieter.
Gleichen Sie jeden Fund mit Ihren Notizen aus Schritt 1 ab. So sehen Sie, welche Sammelbuchung zu welchem Dienst gehört.
Schritt 3: Konten bei Anbietern und E-Mail-Postfach prüfen
Das E-Mail-Postfach zeigt Abos, die Sie direkt beim Anbieter abgeschlossen haben, und hilft bei Buchungen, die Sie bisher nicht zuordnen konnten. Das Kundenkonto beim Anbieter bestätigt dann, ob ein Abo noch läuft und wann es sich verlängert. Beides zusammen ergibt ein verlässliches Bild.
Das Postfach durchsuchen
Suchen Sie in jedem Postfach, auch in alten, nach Begriffen wie:
- „Abonnement“, „Abo“, „Mitgliedschaft“
- „Verlängerung“, „verlängert sich“, „nächste Zahlung“
- „Rechnung“, „Zahlungsbeleg“, „Quittung“
- „Testphase“, „Probemonat“, „kostenlos testen“
Durchsuchen Sie auch die Ordner für Werbung und Spam, denn Belege landen gelegentlich dort. Den Buchungstext einer unklaren Abbuchung aus Schritt 1 können Sie direkt als Suchbegriff verwenden. Was nach einer Testphase üblicherweise passiert, behandeln wir in einem eigenen Ratgeber.
Das Kundenkonto beim Anbieter öffnen
Melden Sie sich bei jedem Dienst an, den Sie gefunden haben, und suchen Sie den Bereich für Konto, Abo oder Zahlung. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Anbieter und ändern sich mit der Zeit; die Hilfeseite des Dienstes nennt den aktuellen Weg. Notieren Sie dort:
- den Tarif, der aktuell gebucht ist,
- ob monatlich oder jährlich abgerechnet wird,
- das nächste Abbuchungsdatum,
- die hinterlegte Zahlungsart.
Manche Anbieter zeigen im Kundenkonto an, dass die Abrechnung über einen App-Store oder einen anderen Dienst läuft. In diesem Fall gilt die Übersicht aus Schritt 2 als maßgebliche Stelle.
Schritt 4: Pakete und Familientarife erkennen
Pakete und Familientarife verbergen Abos, weil ein Dienst über einen anderen abgerechnet wird oder weil eine andere Person zahlt. Ein Dienst, den Sie nutzen, taucht dann weder auf Ihrem Kontoauszug noch in Ihrer eigenen Abo-Übersicht auf. Fragen Sie deshalb bei jedem genutzten Dienst: Wer bezahlt ihn, und worüber?
Pakete
Bei Paketen wie Apple One werden mehrere Dienste in der Regel gebündelt abgerechnet; welche enthalten sind, zeigt die Abo-Übersicht des Anbieters. Prüfen Sie dabei, ob einer der enthaltenen Dienste zusätzlich als Einzelabo läuft, etwa weil er vor dem Paket abgeschlossen wurde. Solche Doppelungen finden Sie, indem Sie die Liste der Paketinhalte neben Ihre Funde aus den Schritten 1 bis 3 legen.
Auch Mobilfunk-, Internet- oder Kabelverträge enthalten manchmal einen Streamingdienst oder bieten ihn als Zusatzoption an. Welche Optionen gebucht sind, steht in den Vertragsunterlagen oder im Kundenkonto des Anbieters.
Familientarife
Bei Familientarifen zahlt meist eine Person, die anderen sind eingeladen. Wenn Sie Mitglied sind, sehen Sie die Abbuchung nicht, nutzen den Dienst aber trotzdem; wenn Sie zahlen, sehen Sie die Abbuchung, aber nicht unbedingt, wer mitnutzt. Halten Sie für jeden Familientarif fest, wer zahlt und wer dazugehört. Wie solche Tarife aufgebaut sind, erklären wir im Ratgeber zu Familientarifen und Mitgliedern; die Haushaltsregeln selbst legt jeder Anbieter in seinen Bedingungen fest.
Eine Liste anlegen und regelmäßig abgleichen
Eine einzige Liste mit allen Funden macht aus der einmaligen Suche eine Übersicht, die Sie fortschreiben können. Entscheidend ist, dass zu jedem Abo der Abrechnungsweg vermerkt ist, denn dort finden Sie es beim nächsten Mal wieder. Gleichen Sie die Liste in festen Abständen mit Kontoauszug und Store-Konten ab.
Eine einfache Vorlage kann so aussehen:
| Dienst | Abgerechnet über | Zahlungsart | Turnus | Nächste Abbuchung | Konto oder E-Mail | Wer nutzt es |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Beispiel: Musikdienst | App-Store | Kreditkarte | monatlich | Datum laut Kundenkonto | Apple-ID privat | Sie |
| Beispiel: Videodienst | direkt beim Anbieter | Lastschrift | jährlich | Datum laut Kundenkonto | alte E-Mail-Adresse | Haushalt |
Tragen Sie die Beträge so ein, wie sie auf Ihrem Kontoauszug oder Beleg stehen, mit Datum. Dann sehen Sie beim nächsten Abgleich, ob sich etwas verändert hat.
Für den Abgleich bieten sich feste Anlässe an, zum Beispiel der Eingang der Kreditkartenabrechnung oder ein Termin im Kalender kurz vor bekannten Jahresverlängerungen. Neue Abos tragen Sie am besten gleich beim Abschluss ein. Prüfen Sie beim Abgleich auch die Store-Konten aus Schritt 2, denn dort kommen Abos hinzu, ohne dass sich der Buchungstext auf dem Kontoauszug ändert.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich auf dem Kontoauszug, welches Abo über den App Store läuft?
Oft gar nicht direkt, denn die Buchung trägt in der Regel den Namen des App-Stores und nicht den des Dienstes. Welches Abo dahintersteht, zeigt der Kaufbeleg per E-Mail oder die Abo-Übersicht im jeweiligen Store-Konto.
Was mache ich mit einer Abbuchung, deren Namen ich nicht zuordnen kann?
Suchen Sie den Buchungstext und den Betrag im E-Mail-Postfach, denn Rechnungen nennen meist den Dienst. Bei Lastschriften hilft häufig die Gläubiger-Identifikationsnummer weiter; Ihre Bank kann Ihnen zudem sagen, wer die Zahlung eingezogen hat.
Finden Banking-Apps und Abo-Tracker alle Abos automatisch?
Manche Banking-Apps und Abo-Tracker fassen wiederkehrende Zahlungen zusammen. Sie sehen in der Regel nur, was über das verbundene Konto läuft; Abos hinter App-Store-Sammelbuchungen, PayPal oder dem Familientarif einer anderen Person erkennen sie oft nicht einzeln.
Muss ich auch alte E-Mail-Adressen prüfen?
Ja, wenn Sie mit ihnen früher Konten angelegt haben. Belege und Verlängerungshinweise gehen an die Adresse, die beim Abschluss hinterlegt wurde, und das ist nicht unbedingt Ihre heutige.